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Girls' Empowerment - Beduinische Mädchen in Frankfurt
Eine aufregende Woche mit vollem Programm und vielen Eindrücken ist vorüber. Vom 18. bis 25. März war eine Gruppe von zwölf beduinischen Mädchen im Alter von 16 Jahren aus dem Jugenddorf Koche Ha'Midbar im südlichen Negev zu Besuch in Frankfurt. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen hatten sie die Möglichkeit, Einblicke in neue Berufssparten und die deutsche Kultur zu bekommen.

Das Programm war breit gefächert. Bei der Besichtigung der Opelwerke in Rüsselsheim erlebten die Jugendlichen hautnah eine moderne industrielle Fertigung, bei der durchaus auch Frauen leitende Positionen in technischen Bereichen besetzen. Im Müllheizkraftwerk der Frankfurter Entsorgungsbetriebe erfuhren sie, welche Anstrengungen die Beseitigung der Müllberge einer Konsumgesellschaft kostet. Bei einem Steinmetzkurs mit einer Steinmetzmeisterin im Technikzentrum für Mädchen und Frauen sowie einem Einführungskurs in Elektrotechnik bei der Handwerkskammer konnten sie dann selbst Hand anlegen. Der Besuch der Eissporthalle Frankfurt war für viele Mädchen das erste Mal auf Schlittschuhen, aber sie bewiesen Mut, auch das einmal auszuprobieren. Ein ganz besonderes Erlebnis war die Einladung für die gesamte Gruppe in das Varieté-Theater Tigerpalast.

Auch der Austausch mit Gleichaltrigen hat nicht gefehlt: Bei der Frankfurter Eintracht konnten die Mädchen mit deren U16 Mannschaft trainieren, im Mädchenkulturzentrum Mafalda gab es Zeit zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Spielen. Das Wochenende verbrachte die Gruppe im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche in Sulzbach und hat dort gemeinsam mit den Jugendlichen vor Ort übernachtet und war zum Frühstück in Gastfamilien eingeladen.

Kochve Ha'Midbar ist ein Jugenddorf, das vom israelischen Erziehungsministerium für die dort ansässige beduinische Minderheit gegründet wurde und seit vier Jahren Jungen und Mädchen gemeinsam betreut. Ziel ist es, den Jugendlichen Selbstbewusstsein, Emanzipation und Bildung zu vermitteln. Gleichzeitig sollen sie als Mediatoren zwischen ihren unterschiedlichen, oft verfeindeten Stämmen wirken. Der einwöchige Besuch in Frankfurt dient dazu, gerade den Mädchen, die aufgrund der traditionellen Rollenmuster in ihrem sozialen Umfeld noch weniger Möglichkeiten zur Entfaltung haben, Ausblicke und Chancen zu eröffnen.

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Posted on 16 Dec 2019 by admin

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