AKTUELLES

Trilateraler Jugend-Theaterworkshop
„An Arab, a Jew and a nun together in a bus“ (frei übersetzt: Treffen sich ein Araber, ein Jude und eine Nonne im Bus)

Nein, so beginnt kein Witz. Es ist die erste Spielszene der Abschlusspräsentation des trilateralen Theaterworkshops der Kinder- und Jugend-Aliyah, Titel "Darf ich mitspielen?" - Identität, Zugehörigkeit, Ausgrenzung.

Jüdische Jugendliche, die in Israel in verschiedenen Jugenddörfern leben, Roma-Jugendliche, die in Frankfurt leben, sowie Jugendliche der deutschen Mehrheitsbevölkerung, Schüler der Anne-Frank-Schule Frankfurt, waren für den Workshop fünf Tage lang in der Jugendherberge Lohr am Main untergebracht. Sie gingen zusammen Kegeln, waren im Kletterpark und beim Kanufahren, machten Action Painting und Theaterübungen. Sie haben gelacht und diskutiert, kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede, aber auch persönliche Erlebnisse von Ausgrenzung und Vorurteilen ausgetauscht, viel Neues erfahren und Bekanntes mit anderen Augen gesehen.

Dabei arbeiteten die Jugendlichen immer in gemischten Teams zusammen und waren auch in gemischten Gruppen untergebracht. Denn einerseits waren sie Vertreter ihrer Gruppe und brachten deren spezielle Perspektiven und Erfahrungen ein. Andererseits sollten sie aus ihrer Gruppe heraustreten, sich als Individuum darstellen und sich mit ihren persönlichen Vorlieben und Abneigungen in neuen Konstellationen zusammenfinden. Das intensive Zusammenleben und -arbeiten fernab der gewohnten Umgebung bot auch Gelegenheiten und Motivation, sich zu öffnen und Dinge zu wagen, die man sich eigentlich gar nicht zutraut. Das betraf nicht nur Sportliches wie Kanufahren und Klettern, sondern auch das Theaterspielen selbst: Schauspiel war das perfekte Medium, die Jugendlichen miteinander in Kontakt zu bringen und sich selbst, ihre Erfahrungen und Gedanken ausdrücken zu lassen.

Der Auftritt in der Aula der Anne-Frank-Schule war somit für viele Jugendliche auch ihre Premiere vor Publikum. In kurzen, selbst entwickelten schauspielerischen Szenen präsentierten sie die Erkenntnisse, die sie während des Workshops gewonnen haben. Der Bogen reichte dabei von Gesellschaftlichem wie einer Roma-Hochzeit oder typischen Freizeitgesprächen über Fußball und Autos im Restaurant bis zu Ausgrenzung in der Schule und Vorurteilen gegen den „diebischen Zigeuner“. Eine Szene, in der ein Mädchen bei (Ball-)Spiel einer Gruppe mitmachen möchte, spielten die Jugendlichen dabei in drei verschiedenen Versionen: Vom völligen Ignorieren des Mädchens über ihr aktiv versuchtes, aber letztlich gescheitertes Mitspielen bis hin zu bereitwilliger Aufnahme und gemeinsamem Spiel. So hätte es passieren können, ist die Botschaft, denn Ablehnung, Ausgrenzung und Vorurteile sind keine unumstößlichen Naturgesetze, sondern vom Verhalten jedes Einzelnen abhängig.

Eine Diashow mit Bildern von den Aktivitäten der Woche tat ein Übriges, um das Publikum den Spaß und die Begeisterung während des Workshops, aber auch die Freundschaften, die sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops entwickelt haben, spüren zu lassen. Dank moderner Medien tauschen sich die Jugendlichen auch nach Ende des Projekts per WhatsApp-Gruppe aus – über geografische und sprachliche Grenzen hinweg.

Und was hat es nun mit dem Araber, dem Juden und der Nonne im Bus auf sich? Ganz einfach: Alltag in Israel, auf den Punkt gebracht von einer bunt gemischten Gruppe Jugendlicher in einer Frankfurter Schule.

Das Projekt, eine Wiederholung des sehr erfolgreichen Pilotprojekts im vergangenen Jahr, wurde von der Kinder- und Jugend-Aliyah e.V. entwickelt und in Kooperation mit der Anne-Frank-Schule und dem Förderverein Roma e.V. durchgeführt. Finanzielle Förderung gewährten die Stadt Frankfurt sowie die Partnerschaft für Demokratie.

Eine Bildergalerie mit Impressionen der Projektwoche und der Abschlusspräsentation gibt es hier auf unserer Facebook-Seite.
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Posted on 06 Sep 2019 by admin

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